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Steht DAO für das zukünftige Unternehmensmodell, das Investoren reich machen soll?

 

Ein Unternehmen, das weder einen menschlichen Chef, noch einen physischen Sitz hat. Vollkommen dezentral und autonom. Dafür steht DAO: Dezentrale Autonome Organisation.

Kann das funktionieren? Was sind die Vor- und Nachteile und wie sicher ist das Ganze?

 

DAO, eine neue Unternehmensform

 

Zunächst einmal: Wie funktioniert denn so eine Dezentrale Autonome Organisation?

Anfangen tut alles bei einem Code. Dieser wird ins Netz geschrieben und mithilfe der Blockchain-Technologie auf der Ethereum Plattform vernetzt. Sie funktioniert durch Krypto Währungen wie dem Ether oder Bitcoins. Eine DAO kann, ebenso wie ein Unternehmen, vieles sein. Was genau also erreicht oder hergestellt wird, hängt von den Mitgliedern und Investoren ab. Und genau das ist ebenfalls eine Besonderheit einer DAO. Alle Entscheidungen werden nämlich tatsächlich ganz demokratisch von allen Beteiligten gemeinsam getroffen. Investoren aus der sogenannten Crowd können so genannte Tokens erwerben und mit diesen dann abstimmen. Die Tokens sind also eine Art Wahlzettel. Je mehr investiert wird, desto mehr Stimmrecht gibt es. Bei jeder anfallenden Entscheidung, ob nun die Farbe der Internetseite oder welches Start Up gefördert werden soll, welcher Dienstleister beauftragt oder welches Produkt gekauft werden soll. Über dies alles können nun alle Crowdfunder abstimmen. Die Mehrheit gewinnt.

 

Das Ganze läuft also in einer direkten Demokratie ab, es gibt keinen Chef, keine Einflüsse von Außen, jeder hat so viel Mitspracherecht, wie er sich beteiligt hat. Allerdings müssen mindestens 20% der Mitglieder ihre Stimme abgeben, damit die Wahl gültig ist. Festgehalten wird dies in so genannten Smart Contracts innerhalb der Blockchain. Diese setzen Regeln fest und schütten beispielsweise einen Gewinn aus, wenn bestimmte, vorher festgelegte Ereignisse eingetroffen sind. Wenn also beispielsweise 20% ihre Stimme abgegeben haben, könnte ein Smart Contract, der so programmiert ist, daraufhin selbstständig handeln und sein Endziel erfüllen.

 

Eine neue Investment Idee?

 

Im Grunde funktioniert die DAO also wie ein Investmentfond. Die Mitgleider zahlen ihr Kapital in Form von Ether ein, einer Kryptowährung ähnlich dem Bitcoin.  Das eingenommene Kapital wird in Start Ups, Projekte oder Produkte investiert und bei einem Gewinn wird dieser an alle Mitglieder ausgeschüttet. Der Unterschied ist lediglich, dass hier kein Unternehmen mit einem Chef handelt, sondern die Crowdfunder alle gemeinsam. Auch Vorschläge für neue Investitionen können von jedem Mitglied gemacht werden und sind damit zur Abstimmung frei gegeben.

Lediglich die Machbarkeit und die Richtigkeit der Codes wird von einigen Kuratoren überprüft. Diese können jedoch auch von den Crowdfundern selbst demokratisch gewählt und auch wieder abgewählt werden.

 

Chancen und Risiken

 

Das macht die DAO aus mehreren Gründen interessant, ob nun als Investment oder als Unternehmensform an sich. Die Mitbeteiligung steigt, die Chancen und Möglichkeiten dadurch auch. Investments könnten zukünftig viel selbstbestimmter ablaufen. Der Investor könnte viel mehr eigenen Einfluss auf das geförderte Projekt haben. Und Start Ups müssten keine alteingesessenen Chefs mehr überzeugen, sondern eine Menge an Investoren. Ein Einzelner kann nun nicht mehr entscheiden, sondern alle Beteiligten. So wird die ganze Unternehmenswelt plötzlich demokratisch, transparent und gerecht. Durch die Blockchain-Technologie wird Korruption erschwert, da jeder Einsicht hat und alle Geschäfte 100% transparent sind. Das haben bislang durchgeführte Ermittlungen bereits ergeben, denn auch wenn die Investoren anonym sind, alle Handlungen werden in der Blockchain festgehalten und sind daher für jeden nachvollziehbar.

 

Außerdem ist eine DAO praktisch unangreifbar, da menschliches Versagen ausgeschlossen wird und beim Ausfall eines Computers eine Vielzahl an anderen beteiligten Netzwerkcomputern die Arbeit weiter übernehmen kann. Zumindest in der Theorie. Tatsächlich ging eine DAO bereits schief, dazu mehr im letzten Abschnitt. Die Theorie an sich aber ist interessant und wird sich laut Experten, wie der auf Big-Data und Digitalisierung spezialisierten Unternehmensberatung Datarella, früher oder später als Unternehmensform durchsetzen: “für uns besteht allerdings kein Zweifel daran, dass DAOs in absehbarer Zeit die dominante Organisationsform darstellen.”, schrieben sie auf ihrem Blog.

 

Risiken gibt es allerdings. Und Fragen. Wer hält zum Beispiel den Kopf hin, wenn alles schief geht? Wenn alle Investitionen futsch sind? Die Antwort: Ebenfalls alle. Wenn alle entscheiden, dann sind auch alle Schuld. Investieren wird also in gewisser Form auch zu einem größeren Risiko. Und wenn es um legale Schritte geht, befinden wir uns tatsächlich bisher noch in einer totalen Grauzone, wer wann wie belangt werden könnte. Auch muss man sich als Investor und auch als Start Up nun darauf verlassen, die Mehrheit auf seiner Seite zu haben. Ob nun einflussreich oder nicht, wenn alle anderen eine andere Meinung haben, wirst Du zurückstecken müssen. Das kann besonders wohlhabenden Investoren ein Dorn im Auge sein, führt aber auf lange Sicht zu mehr sozialer Gerechtigkeit.

 

Ebenfalls wird angeführt, dass die DAO dazu ermuntern würde, strategisch zu wählen, statt nach echtem Interesse und dass die Demokratie somit nur geheuchelt wäre. Dies bleibt aber bislang nur eine Vermutung und wird noch nicht durch Zahlen und Fakten gestärkt. Tatsächlich ist die Vision der DAO eine revolutionäre. Ob sich dieses Modell in der realen Welt jedoch durchsetzen und erfolgreich sein kann und wird, das ist heute noch nicht hundertprozentig zu beantworten. In einigen Bereichen läuft das Modell DAO schon. In anderen wird noch getüftelt. Die erste DAO gab es 2016 und die lief innerhalb weniger Monate schief.

 

The DAO

 

Was als soziales Experiment der Programmierer-Brüder Christoph und Simon Jentzsch mit ihrem Londoner Partner, dem Fintech-Unternehmer Stephan Tual begann, wurde zu einer Revolution in der Unternehmenswelt. Im Grunde wollten die drei nur ihr Start Up „Slock.it” finanzieren und dabei möglichst den konventionellen Weg über Investoren und Risikokapitalgeber vermeiden. Sie hatten die Vision, ein Unternehmen zu gründen, dass durch seine Mitglieder selbst bestimmt wird und Finanzierungen nach Abstimmung und Codes möglich macht. Die Idee der DAO war geboren. Und wurde auch sogleich getauft: The DAO.

 

Die Basis dieses Konzept bildet eine Wirtschaftstheorie. Die so genannte Vertragstheorie besagt, eine Firma ist im Grunde nur ein Netzwerk aus Verträgen. Diese Wenn-Dann-Verträge (wenn eine bestimmte Absprache erfüllt wird, dann passiert etwas) legten die Programmierer in den Smart Contracts an und verkauften die Stimmrechte im Mai 2016 via Tokens, um das Firmenkonto erst einmal zu füllen. Als dies geschehen war, durften die Investoren, die Tokens erworben hatten, demokratisch über den weiteren Verlauf abstimmen.

 

Das Ganze blieb weiterhin dezentral mithilfe einer Ethereum-Blockchain. Diese funktioniert ähnlich wie die schon bekannte Blockchain, die bei Bitcoin-Transaktionen genutzt wird - jedoch noch komplexer. Hier geht es nämlich nicht mehr nur um die Transaktion von Geldern, sondern ganze Handlungen und Programme werden durch Smart Contracts in der Blockchain festgelegt und dezentral sowie autonom ausgeführt. Der entmenschlichte Kapitalismus war geboren und das Interesse enorm. Innerhalb von nur 4 Wochen wuchs The DAO mit 144 Millionen US Dollar Investitionen zum größten Crowdfunding Projekt aller Zeiten. Zum Vergleich: Facebook brauchte für eine ähnlich hohe Finanzierung ganze 3 Jahre.

 

Bereits im Juni 2016 entdeckte ein anonymer Hacker jedoch eine Sicherheitslücke. Durch eine eigentliche Schutzfunktion, die es dem Investor ermöglichen soll, seine Anteile in eine so genannte Child DAO abzuzweigen, wenn er mit dem Abstimmungsergebnis nicht zufrieden ist und nicht (mehr) investieren möchte, gelang es dem Unbekannten, seinen Anteil immer wieder abzuführen, ohne dass die Blockchain erkannte, dass dies bereits geschehen war. Der Hacker konnte auf diesem Weg Tokens im Wert von 53 Millionen US Dollar abzweigen. Dies zog natürlich eine Panik der Mitglieder nach sich und es gab keinen, der so recht zur Verantwortung gezogen werden konnte.

 

Denn dies ist das Problem: Wenn alle mitentscheiden, sind auch alle - oder keiner - mit verantwortlich. Die Child DAO bleibt zwar 28 Tage lang eingefroren, wer den Hacker jedoch stellen sollte blieb unklar. Der DAO Krieg begann nach nur einigen Wochen. Das Projekt DAO schien plötzlich zu groß für ihre Macher geworden zu sein. Durch das Eingreifen der Ethereum Crew, die mit einem hard-fork das System grundlegend änderten, bekamen Mitglieder ihre Anteile wieder. Erstaunlicherweise kauften sich jedoch plötzlich andere Kräfte in die Blockchain ein und der Wert der DAO stieg unerwarteter Weise. Der unbekannte Hacker und eine weitere Hacker Gruppe namens Robin Hood Group gewannen Millionen und keiner wusste so recht, wem das Geld, das durch einen Fehler entstanden war, gehört.

 

Fazit

 

The DAO hat die Schwachstellen der DAO als Unternehmensmodell aufgezeigt. In zu kurzer Zeit hat sich das ganze Projekt verselbstständigt und als Probleme in der Sicherheit auftraten, gab es keinen, der verantwortlich war und den Hacker hätte stellen können. Aus einer revolutionären Vision über einen entmenschlichten und gerechteren Kapitalismus wurde ein finanzielles Desaster und Chaos. Dazu kommt, dass Entscheidungen zwar demokratisch gefällt werden, man sich mit Vermögen jedoch mehr Stimmrecht erkaufen kann. Wie gerecht nun also eine DAO tatsächlich ist, bleibt fraglich. Zwar liegt die Entscheidung nun nichtmehr bei einzelnen Investoren - dies könnte jedoch schnell wieder der Fall werden, wenn diese sich genügend Tokens kaufen, um einflussreicher zu sein, als der Rest der Mitglieder. Was dem Unternehmensmodell DAO fehlt, sind klare Richtlinien und Gesetze. Und die sind in der Mache: https://xyarena.com/2017/07/31/zukunftsmaerkte-und-beteiligung-zur-notwendigkeit-regulierender-eingriffe/

 

Noch ist die DAO jedoch eine Idee. Ein Perpetuum Mobile, das sich selbst finanziert, so lange bis der Wechselkurs der eingesetzten Währung sinkt. Die DAO hat Zukunft und wird diese mitbestimmen. Sie hat die Menschen begeistert und die Vision hinter der DAO tut das noch heute. Zunächst einmal muss jedoch das Vertrauen wieder aufgebaut werden. Das Unternehmensmodell DAO muss erwachsen werden und übersichtlicher, bevor die anfangs begeisterten Investoren ihr wieder Geld anvertrauen werden.

 

SHOWNOTES

  • Jimdo  > Erhalte 20% mit dem Code “MARKENREBELL”

 

CHIEF DIGITAL ADVISOR

 

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